Fortsetzung der Befragung von ehemaligen Förderschüler/innen ("FBF") der Startkohorte IV im Nationalen Bildungspanel

Im Rahmen des Nationalen Bildungspanels (NEPS) werden seit 2010 Schülerinnen und Schüler befragt, die zum Zeitpunkt der ersten Befragung eine 9. Klasse besucht haben. Zu der Stichprobe gehören Schülerinnen und Schüler von unterschiedlichen Schulformen, z. B. Gymnasien oder Förderschulen.

Mit dem Ende der ersten NEPS-Projektförderphase (31.12.2013) wurde entschieden, die ehemaligen Schülerinnen und Schüler von Förderschulen fortan nicht mehr im Rahmen der Hauptstudie zu befragen. Stattdessen sollten externe Geldgeber gefunden werden.

In Bezug auf die Förderschülerinnen und Schüler ist die Fortführung der Befragung insofern von Relevanz, als dass es aktuell kaum Daten zu den Bildungsverläufen dieser Gruppe gibt. Man weiß nur wenig über deren Weg in das Übergangssystem bzw. in die Ausbildung oder in den Arbeitsmarkt.

Mit den vorhandenen Daten des Nationalen Bildungspanels kann man bislang zwar den Weg nach der 9. bzw. 10. Klasse in das Übergangssystem bzw. in die Ausbildung nachzeichnen. Man weiß jedoch noch nichts über den Erfolg oder Misserfolg der Jugendlichen im Anschluss an das Übergangssystem bzw. in der Ausbildung.

Das Hauptziel des Forschungsvorhabens ist es folglich, die ehemaligen Förderschülerinnen und -schüler weiterhin zu befragen, um zukünftig folgende Forschungsfragen beantworten zu können: Welche Bildungswege schlagen ehemalige Förderschülerinnen und -schüler nach Verlassen der Förderschule ein? Welche Jugendlichen schaffen einen direkten Übergang in eine erfolgreiche Ausbildung und wer bricht die Ausbildung frühzeitig ab? Inwieweit helfen Programme des Übergangssystems, z. B. berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen, beim Finden eins Ausbildungsplatzes? Haben die berufsvorbereitenden Maßnahmen einen kumulativen Effekt, d.h. sind Mehrfach-Maßnahmen insbesondere für die Gruppe der ehemaligen Förderschülerinnen und -schüler hilfreich? Oder wirken sie zusätzlich stigmatisierend? Welche Beratungs- und Unterstützungsangebote nehmen die Jugendlichen wahr? Inwiefern gibt es Unterschiede zwischen ihnen und kompetenzarmen Hauptschülerinnen und -schüler, z.B. in Bezug auf Förderangebote?
Und schließlich: Gibt es nach Verlassen der Schulzeit bei den Förderschülerinnen und -schülern unterschiedliche Kompetenzentwicklungen?

Wir erwarten durch das Projekt erstmalig einen detaillierten Einblick in den Werdegang dieser Jugendlichen in Deutschland. Der Datensatz kann zudem mit anderen Datensätzen, z. B. von der Bundesagentur für Arbeit, verknüpft werden, um weiterführende Analysen durchzuführen.

Beteiligte Institutionen:

  • Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB)
  • Leibniz-Institut für Bildungsverläufe e.V. (LIfBi)

Projektleitung: Prof. Dr. Reinhard Pollak

Kontaktperson: Prof. Dr. Reinhard Pollak (reinhard.pollak[at]wzb.eu)

Laufzeit: 01.08.2015 – 28.02.2017

Förderung: Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit (BA)

Forschungsschwerpunkt

Partner im Verbund